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Bayern ist das größte und südlichste deutsche Bundesland. Auf 70
548 Quadratkilometern leben und arbeiten 12,1 Millionen Menschen.
Bayern grenzt im Westen und Nordwesten an die Bundesländer
Baden-Württemberg und Hessen, im Norden an Thüringen und Sachsen.
Die Tschechische Republik ist Bayerns Nachbar im Osten, Österreich
im Süden. München ist mit 1,2 Millionen Einwohnern Landeshauptstadt.
Die Christlich-Soziale Union regiert Bayern seit 1962 mit absoluter
Mehrheit. Seit 1993 ist Edmund Stoiber (CSU) Ministerpräsident.
Geschichte
Bayerns Selbstverständnis und seine Eigenstaatlichkeit sind aus
einer mehr als 1000-jährigen Geschichte gewachsen. Die historische
Bezeichnung „Freistaat“ drückt aus, dass die Monarchie abgeschafft
wurde. Lediglich um das Fremdwort Republik zu vermeiden, wählte man
die Bezeichnung Freistaat. Am 1. Dezember 1946 nahm die bayerische
Bevölkerung eine Verfassung an, die im Auftrag der amerikanischen
Militärregierung in einem Verfassungsausschuss erarbeitet worden
war.
Wirtschaft
In keinem anderen Bundesland hat sich die Wirtschaftsstruktur
seit Ende des Zweiten Weltkrieges so verändert wie in Bayern. Aus
einem stark agrarisch geprägten Land ist ein moderner Industrie- und
Dienstleistungsstandort geworden. Obwohl Bayern nach wie vor
Deutschlands größter Nahrungsmittelproduzent ist, trägt die
Landwirtschaft nur noch 1 Prozent zur Wertschöpfung bei. 32 Prozent
erwirtschaftet das produzierende Gewerbe, 67 Prozent der
Dienstleistungssektor. Bayern steht heute für Auto- und
Flugzeugindustrie (BMW, Audi, EADS, MAN), Elektro- und
Elektronikindustrie (Siemens), Versicherungs- und Verlagswesen
(Allianz, Burda).
Wissenschaft
Mit neun staatlichen Universitäten und 17 Fachhochschulen ist
Bayern eines der wissenschaftlichen Zentren Europas. 14 Institute
und Einrichtungen der Max-Planck-Gesellschaft und neun Einrichtungen
der Fraunhofer-Gesellschaft machen Bayern zu einem ebenso
bedeutenden Forschungsstandort. Außerdem arbeiten hier drei
Großforschungseinrichtungen: Das Max-Planck-Institut für
Plasma-Physik (IPP) in Garching, das Forschungszentrum für Umwelt
und Gesundheit (GSF) in Neuherberg und die Deutsche
Forschungsanstalt für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Oberpfaffenhofen.
Kultur
Mehr als 1100 bayerische Museen und Sammlungen bewahren Kunst-
und Kulturschätze. Jährlich kommen über 20 Millionen Besucher. Ein
Prunkstück ist die Alte Pinakothek in München (Foto oben), eine der
bedeutendsten Galerien der Welt. Im vergangenen Jahr kam mit der
Pinakothek der Moderne (unten) eine weitere Attraktion hinzu. Fünf
Millionen Menschen jährlich sehen sich auf den 32 Schauspiel-,
Opern- und Operettenbühnen sowie auf den Freilicht- und
Festspielbühnen rund 15000 Vorstellungen an. Ein besonderer
Höhepunkt sind die Richard-Wagner-Festspiele auf dem Grünen Hügel in
Bayreuth. Akzente setzen Festivals wie „Orff in Andechs“ oder der
„Theatersommer Fränkische Schweiz“.
Brauchtum
Volkslied, Volkstanz und instrumentale Volksmusik sind in Bayern
so lebendig wie in keinem anderen Bundesland. In den vergangenen
Jahren hat sich daraus ein Trend mit Anhängern in ganz Deutschland
entwickelt. Auch die Mundarten werden gepflegt. Es gibt das
Bairische, Ostfränkische und Schwäbisch-Alemannische. Ebenso ist die
Liebe zur Tracht, in Bayern schlicht als „G’wand“ bezeichnet,
erhalten geblieben. Das Bild der bayerischen Trachten ist so
vielfältig wie die Landschaften. Und bis auf den heutigen Tag ist
das „Bayerische Reinheitsgebot“ von 1516 das Credo der bayerischen
Bierbrauer. |