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Psychologie:
Alte und neue Bierzeltrituale
"Zu den
wichtigsten Ritualen auf dem Oktoberfest gehören die kollektiven
Trinkrituale im Wiesnzelt. (...) Der Alkohol spielt hierbei eine
erhebliche Rolle und trägt zur generellen Lockerheit und
Zwanglosigkeit bei. (...) So wird durch die gemeinsame Ausrichtung
auf das Fest aus einem Tisch von Fremden eine gemeinsam zechende
Runde und aus einer heterogenen Menge eine feiernde Masse. Bestimmte
Trinkrituale und kollektive Bewegungen unterstützen diesen Prozess.
Auf dem Oktoberfest ist auffällig, dass sich
bestimmte Trinklieder und Trinksprüche immer wieder wiederholen.
(...) Diese Chants und Trinksprüche werden von gemeinsamen
Bewegungsabläufen begleitet, die auf dem Höhepunkt des Abends die
etwa 8000 Anwesenden im Bierzelt gleichzeitig vollziehen. (...)
Ähnliche Trinkrituale kann man in abgeschwächter Form und mit
geringerer Frequenz pro Abend auf allen bayerischen Volksfesten in
den Bierzelten beobachten, ebenso auf dem Starkbierfest in München
und im Münchner Hofbräuhaus das ganze Jahr über.
Einige Beispiele vom Oktoberfest sollen das
Gesagte verdeutlichen. Das gemeinsame Ritual „Die Krüge hoch!“ läuft
in der Bräurosl folgendermaßen ab (Podiumssprecher P und Masse M
tauschen einen kurzen Dialog aus, dann singen alle Gemeinsam G):

Oft werden diese Trinkrituale zwischen den
Musikstücken der Wiesnkapelle eingeschoben, wie auch folgender
gemeinsamer Chant:

Anschließend folgt dann meistens noch „Ein Prosit der
Gemütlichkeit“, das nach oben erklärtem Schema abläuft und immer mit
dem: „Oans, zwoa, drei – g’suffa!“, dem Anstoßen der Krüge und dem
gemeinsamen Trinken endet. (...)"
Mit freundlicher Genehmigung der Verfasserin
Auszug aus: |