Die Wiesn (Oktoberfest)

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Umzug einer Kompanie der Bayerischen Gebirgsschützen


Zahlen - Daten - Rituale

 

Statistik:
Die Wiesn in Zahlen (2005):

Bekanntheitsgrad: 91 % der Weltbevölkerung
Umsatz: ca. 0,9 Milliarden Euro
Besucher: ca. 6 Millionen

Marktbetriebe: 328
Schaustellerbetriebe 231
Gastronomiebetriebe: 74
Sitztoiletten: 964 St.
Stehtoiletten: 878 m

Angestellte und Mitarbeiter: ca. 12.000
Rotkreuzhelfer: 1.500

Bierleichen (ärztliche Behandlung): ca. 550
Besucherkontakte zum Roten Kreuz ca. 7.100

Bierausschank: ca. 6,1 Millionen
Verzehrte Hendel (1/2 Hähnchen): ca. 450.000 St.
Verzehrte Bratwürste: ca. 440.000 St.
Verzehrte Ochsen: 95 St.

 

Geschichte:
Vom Pferderennen zum größten Volksfest der Welt

Am 12. Oktober 1810 heiratete Kronprinz Ludwig, der spätere König Ludwig I. von Bayern, die Prinzessin Therese von Sachsen-Hildburghausen. Zum Abschluss der Hochzeitsfeiern veranstalteten die Frischvermählten ein Pferderennen vor den Toren der Stadt.
Das Spektakel fand auf der - nach der Braut benannten - Theresienwiese statt. Die Wittelsbacher bedankten sich mit Bier und Brotzeit beim Volk, das Kriege und Gebietserweiterungen zu verkraften hatte. Das Fest kam gerade recht, um die "Neubayern" Schwaben und Franken auf die Residenzstadt München einzuschwören. Die Pferderennen wurden wiederholt und zum jährlichen Nationalfest erklärt - so entstand die Tradition der Oktober-Feste.

24 Mal musste das Oktoberfest seither ausfallen, in den Kriegs- und Nachkriegsjahren und wegen Cholera-Epidemien in den Jahren 1854 und 1873.

Quelle:
BR-Online.de


Einzug der Wirte O'zapft is
Kellnerin im Bierzelt Traditionelle Oktoberfestbude

 

Psychologie:
Alte und neue Bierzeltrituale

"Zu den wichtigsten Ritualen auf dem Oktoberfest gehören die kollektiven Trinkrituale im Wiesnzelt. (...) Der Alkohol spielt hierbei eine erhebliche Rolle und trägt zur generellen Lockerheit und Zwanglosigkeit bei. (...) So wird durch die gemeinsame Ausrichtung auf das Fest aus einem Tisch von Fremden eine gemeinsam zechende Runde und aus einer heterogenen Menge eine feiernde Masse. Bestimmte Trinkrituale und kollektive Bewegungen unterstützen diesen Prozess.

Auf dem Oktoberfest ist auffällig, dass sich bestimmte Trinklieder und Trinksprüche immer wieder wiederholen. (...) Diese Chants und Trinksprüche werden von gemeinsamen Bewegungsabläufen begleitet, die auf dem Höhepunkt des Abends die etwa 8000 Anwesenden im Bierzelt gleichzeitig vollziehen. (...) Ähnliche Trinkrituale kann man in abgeschwächter Form und mit geringerer Frequenz pro Abend auf allen bayerischen Volksfesten in den Bierzelten beobachten, ebenso auf dem Starkbierfest in München und im Münchner Hofbräuhaus das ganze Jahr über.

Einige Beispiele vom Oktoberfest sollen das Gesagte verdeutlichen. Das gemeinsame Ritual „Die Krüge hoch!“ läuft in der Bräurosl folgendermaßen ab (Podiumssprecher P und Masse M tauschen einen kurzen Dialog aus, dann singen alle Gemeinsam G):

Oft werden diese Trinkrituale zwischen den Musikstücken der Wiesnkapelle eingeschoben, wie auch folgender gemeinsamer Chant:

Anschließend folgt dann meistens noch „Ein Prosit der Gemütlichkeit“, das nach oben erklärtem Schema abläuft und immer mit dem: „Oans, zwoa, drei – g’suffa!“, dem Anstoßen der Krüge und dem gemeinsamen Trinken endet. (...)"

 

 

Mit freundlicher Genehmigung der Verfasserin
Auszug aus:

Das Oktoberfest   
Masse, Rausch und Ritual

Sozialpsychologische Betrachtungen eines Phänomens.
Eine qualitative Studie.       
Band 1
Diplomarbeit  im Fach Psychologie
an der Ludwig Maximilian Universität München
von
 Brigitte Veiz

Die vollständige Diplomarbeit als Buch oder CD-ROM und weitere Leseproben finden Sie unter:

http://www.dasoktoberfest-masserauschundritual.de/index.htm

Weitere interessante Oktoberfestinfos finden Sie unter:


BR-Online.de

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22.11.2011