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Albert Einsteins spezielle Relativitätstheorie
besteht ihren bisher
härtesten Test
Erster experimenteller Nachweis
Die Lichtgeschwindigkeit ist für alle
Ausbreitungsrichtungen stets die gleiche, unabhängig von der Bewegung der
Strahlungsquelle oder des Beobachters. Diese zentrale Aussage Albert Einsteins
spezieller Relativitätstheorie wurde von der Arbeitsgruppe um Achim Peters (seit
Oktober 2002 Juniorprofessor an der Humboldt-Universität zu Berlin) mit bisher
unerreichter Genauigkeit experimentell bestätigt (Müller et al., Physical Review
Letters 91, 020401 (2003)).
Der
erste experimentelle Nachweis dieser Richtungs-Unabhängigkeit wurde 1881 von
Albert Michelson am Astrophysikalischen Institut in Potsdam erbracht - in einem
Experiment, das eigentlich die von der damals aktuellen "Äthertheorie"
vorausgesagte Richtungs-Abhängigkeit nachweisen sollte. Heutige
Michelson-Morley-Experimente suchen mit millionenfach gesteigerter
Empfindlichkeit nach sehr viel diffizileren Effekten, wie sie etwa von modernen
Ansätzen für eine Quantentheorie der Gravitation (Stringtheorie) nahe gelegt
werden: Demnach wäre Einsteins Theorie fast vollständig korrekt - aber eben doch
nicht ganz. Durch immer weiter verbesserte Messungen sollte man deshalb
schließlich kleine Abweichungen feststellen können.
Die Gruppe um Achim Peters misst in
ihrem Experiment die Laufzeit eines Lichtstrahles, der zwischen zwei Spiegeln
höchster Güte etwa 100 000 Mal hin- und herreflektiert wird (ein so genannter
optischer Resonator). Um eine störende Änderung des Spiegelabstandes zu
vermeiden, werden die Resonatoren aus Saphirkristallen gefertigt und auf minus
269º Celsius abgekühlt. Man vergleicht nun zwei senkrecht zueinander angeordnete
Resonatoren. Eine Verletzung der Relativitätstheorie würde sich durch kleine
Schwankungen der Messwerte mit einer Periode von knapp zwölf Stunden bemerkbar
machen, da die ganze Apparatur der Erddrehung unterliegt. Eine solche Schwankung
konnte jedoch nicht nachgewiesen werden.
Interpretiert man dieses Nullresultat
in Analogie zu bisherigen Michelson-Morley Experimenten, so ergibt sich eine
dreifache Verbesserung der Genauigkeit. Auf der Suche nach den oben erwähnten
Auswirkungen einer Quantentheorie der Gravitation erhält man sogar eine
hundertfache Verbesserung. In jedem Fall aber hat Einsteins Theorie zunächst
einmal ihren bisher härtesten Test unbeschadet überstanden.
Quellen:
Informationsdienst
Wissenschaft
Humboldt-Universität zu Berlin
Weitere Informationen:
Prof. Achim Peters, AG Optische
Metrologie, Institut für Physik
Telefon [030] 2093-4905
E-Mail:
achim.peters@physik.hu-berlin.de
Internet:
http://qom.physik.hu-berlin.de
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