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Kosmologie: Gravitationswellen
Der
Klang der schwarzen Löscher
Markus Hassel hat als
Student der Elektrotechnik und Informatik an der FH in seiner Diplomarbeit einen
wichtigen Beitrag zu einem ehrgeizigen Weltraumprojekt geleistet, das gemeinsam
von dem Weltraumbehörden NASA und ESA durchgeführt wird. Die Arbeit wurde von
Prof. Dr. Erhard Bühler betreut und beim Europäischen Raumfahrtkonzern EADS in
Immenstaad am Bodensee (früher Dornier) durchgeführt. Bei dieser
außergewöhnlichen Arbeit mit dem Titel: "Modellierung und Regelung einer
Satellitenformation" geht es um die Entwicklung eines empfindlichen Empfängers
im Weltraum zur Messung von Albert Einsteins vorhergesagten, bislang aber nicht
bewiesenen Gravitationswellen.
Bei solchen Schwerewellen wird der Raum verformt. Sie machen sich als winzige
Stauchungen und Streckungen bemerkbar, die mit moderner Technik gemessen werden
könnten. Dazu müssen diese Wellen aber hinreichend stark sein, wie das z.B. bei
der Kollision zweier schwarzer Löcher im Universum der Fall sein könnte. NASA
und ESA wollen nun in einem Gemeinschaftsprojekt mit dem Namen LISA (Laser
Interferometer Space Antenna) dem "Klang der schwarzen Löcher" auf die Spur
kommen.
LISA wird das bislang größte von Menschenhand geschaffene technische System
sein. Es besteht aus drei synchron hinter der Erde her fliegenden Satelliten,
die im Innern sechs frei schwebende kleine Goldwürfel enthalten und zueinander
einen Abstand von 5 Millionen km haben. Gravitationswellen ändern nun diesen
Abstand geringfügig, was über Laserstrahlen gemessen wird. Die Änderungen sind
unvorstellbar klein: Sie betragen höchstens eins zu einem Milliardstel eines
Milliardstels. Die Entfernung Erde Mond würde sich somit in der Größenordnung
von nur einem Atomdurchmesser ändern.
Voraussetzung für diese ehrgeizige Messaufgabe ist natürlich die exakte Regelung
und Ausrichtung der Satelliten mit ihren Laserstrahlen und Empfangsteleskopen.
Hier lag der Schwerpunkt der Diplomarbeit von Markus Hassel. Er konnte dabei auf
seine Erfahrungen an der FH zurückgreifen, wo er im Regelungstechniklabor des
Studiengangs Elektrotechnik mit einem modernen Entwicklungswerkzeug erfolgreiche
Projektarbeiten durchgeführt hat. Es handelt sich um das bekannte Programm "Matlab",
das in den letzten Jahren stark an Bedeutung gewonnen hat und oft als
Taschenrechner des Ingenieurs bezeichnet wird. Es wird von Prof. Bühler bereits
im Grundstudium einsetzt.
Das selbe Programm kam auch bei zwei kürzlich von Prof. Bühler betreuten
Diplomarbeiten zum Einsatz. Dabei ging es um die Entwicklung einer neuen
umweltfreundlichen Klimaregelung für Kraftfahrzeuge bei BMW (Marcus Schieritz )
sowie um Algorithmen zur optimalen Airbag-Auslösung bei VW (Andree Reiners).
Markus Hassel: "Ich war schon immer von der Raumfahrt fasziniert und habe mir
mit dieser Arbeit einen großen Wunsch erfüllt." Er kann Praktika bei EADS
anderen Studenten nur empfehlen, zumal es auch am Bodensee ein vielseitiges
Freizeitangebot gibt. Für die Zukunft strebt er weiter eine Tätigkeit im Bereich
Regelungstechnik/Simulation an, z.B. Fahrwerksregelung bei Bosch, am liebsten im
Großraum Stuttgart - hier studiert auch seine Freundin.
Für die aktuelle Diplomarbeit bekam Markus Hassel die Note sehr gut. Prof.
Bühler: Bemerkenswerter ist jedoch die Tatsache, dass ein Student auf Grund
seiner Kenntnisse, die er an unserer FH im Umgang mit modernen
Entwicklungswerkzeugen erlangt hat, unter mehreren Bewerbern für solche
anspruchsvollen wissenschaftlichen Aufgaben ausgewählt wurde, die normalerweise
fest angestellten Wissenschaftlern vorbehalten sind.
Trotz des bescheidenen Stolzes über das Erreichen pädagogischer Ziele sind die
Anforderungen an die Professoren nicht immer einfach. Das Fachwissen
explodiert, Zusammenhänge und Methoden werden komplexer und die Politik fordert
kürzere Studienzeiten. Prof. Bühler, der selbst bei Dornier am Bodensee für die
Raumfahrt Satelliten entwickelt hat, sieht dafür folgende Problemlösung: "Weg
von Faktenwissen und tiefer Theorie und hin zu Systemdenken und
ingenieurgerechter Nutzung moderner Entwicklungswerkzeuge. Dabei die
Studierenden noch zu motivieren, ist eine Herausforderung, die sogar Spaß machen
kann."
Quellen:
http://www.fh-oow.de
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