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Glühende Urgewalten unter dem EisErgebnisse einer deutsch-amerikanischen
Arktis-Expedition zum Gakkelrücken
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Abb. 1: Der amerikanische
Forschungseisbrecher USCGC Healy und das deutsche Forschungsschiff PSF
Polarstern auf Expedition im Arktischen Meer. Foto: Henry Dick, Woods Hole Oceanographic Institution / NSF |
Die Wissenschaftler erwarteten deshalb am Gakkel-Rücken einen Vulkanismus, der
mit der Geschwindigkeit der Spreizung der Platten abnimmt, und keine bzw.
allenfalls eine geringe hydrothermale Aktivität. Tatsächlich aber fanden sie
eine sehr starke Vulkanaktivität. "Wir hatten erwartet, dass der Magmatismus von
Westen nach Osten stetig abnimmt und schließlich ganz aufhört. Stattdessen war
die Magmaproduktion im mittleren Bereich des Rückens völlig erloschen, um dann
weiter nach Osten wieder dramatisch anzusteigen," sagt Dr. Jonathan Snow, Leiter
der Forschungsgruppe am Max-Planck-Institut für Chemie in Mainz, die für die
petrologischen und geochemischen Untersuchungen der gefundenen Gesteinsproben
zuständig war.
Auch heiße Quellen kommen im Gebiet des Gakkel-Rückens viel häufiger vor als erwartet. "Wir gingen von einem hydrothermal toten Rücken aus," so Snow, "aber jedes Mal, wenn wir unser Messinstrument aus dem Meer zogen, gab es Hinweise auf hydrothermische Aktivität, und einmal sahen wir sogar eine aktive heiße Quelle auf dem Meeresboden." Die Biologen, die an der Expedition teilnahmen, sind der Meinung, primitive Lebensgemeinschaften könnten an den heißen Quellen über lange Zeit von jeder Verbindung zu anderen Teilen der Weltmeere ausgeschlossen gewesen sein und deshalb möglicherweise archaische Formen konserviert haben.
Die zentrale Region des Gakkel-Rückens ist mit ihrer fehlenden magmatischen Aktivität einzigartig im mittelozeanischen Rückensystem: Hier ist keinerlei vulkanische Kruste vorhanden. Die Wissenschaftler konnten Gesteinsproben sammeln, die direkt aus dem oberen Bereich des Erdmantels stammen. In jedem anderen Teil der Erde ist der Erdmantel von einer Tausende Meter dicken Schicht aus Krustengestein bedeckt. "Ich traute meinen Augen kaum, als ich durch das Mikroskop schaute, sagte Snow, einige dieser Proben sahen aus, als ob sie wie durch einen Zauber geradewegs aus dem oberen Erdmantel gekommen wären, nicht die Spur einer Veränderung durch Meerwasser war zu bemerken."
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Abb. 2: Bergung einer Gesteinsprobe an Bord des deutschen Forschungsschiffs PFS Polarstern. Foto: Max-Planck-Institut für Chemie |
Die am Gakkel-Rücken gewonnenen Erkenntnisse führen die Wissenschaftler zu dem
Schluss, dass nicht allein die Spreizungsgeschwindigkeit maßgeblich für die
vulkanische Aktivität in einem Gebiet ist. Vielmehr sind andere Faktoren, wie
die chemische Zusammensetzung oder die Temperatur des Mantelgesteins in der
Tiefe ebenfalls wichtig für das Verständnis der Entwicklung und Eigenschaften
ozeanischer Rücken.
Quellen:
PD
Dr. Jonathan Snow
Max-Planck-Institut für Chemie, Mainz
Tel.: 06131 305 - 202
Fax.: 06131 371 - 051
E-Mail:
jesnow@mpch-mainz.mpg.de
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