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Diffusionsprozesse im unteren ErdmantelHomogenisierung verläuft extrem langsamDie Entdeckung der Langsamkeit im ErdinnerenForscher der Universitäten Jena und Bayreuth belegen in aktueller "Science"-Publikation über Diffusionsprozesse im unteren Erdmantel, dass diese Zone heterogener ist als bisher angenommen. Jena (29.07.05) Um zum Ziel zu gelangen waren aufwendige Hochdruckexperimente nötig, die Dr. Christian Holzapfel, Prof. Dr. David Rubie und Dr. Daniel Frost aus Bayreuth durchführten. Prof. Langenhorst und Dr. Holzapfel bestimmten dann den Elementaustausch im Nanometerbereich mit dem Transmissionselektronenmikroskop. Um die Vorgänge im Erdinneren zu simulieren, waren je zwei zylinderförmige Proben von Silikat-Perovskit mit verschiedenen Konzentrationen von Eisen und Magnesium aneinandergelegt und bis zu 24 Stunden Drücken von 22 bis 26 Gigapascal und Temperaturen zwischen 1.973 und 2.273 Kelvin ausgesetzt worden. "Dabei kommt es zum Ausgleich des Konzentrationsunterschiedes. Denn durch die Brownsche Molekularbewegung bewegen sich die Teilchen, in unserem Falle die Eisen- und Magnesiumionen im Perovskit, von der höheren zur niedrigeren Konzentration", erklärt Langenhorst das zugrundeliegende Prinzip. Als die Forscher die Diffusionsprofile untersuchten, stellten sie fest, dass der Bereich, in dem die Eisen- und Magnesiumkonzentrationen begonnen hatten, sich einander anzugleichen, nur zwischen 150 bis 1.500 Nanometer groß war. Das bedeutet, dass der Diffusionsprozess trotz hoher Temperaturen, die ihn eigentlich beschleunigen sollten, extrem langsam vonstatten geht, so das Fazit der Wissenschaftler. "Aus der Länge des Profils, das man erhält, wenn die Proben höchstens einen Tag den Extrembedingungen ausgesetzt sind, lässt sich abschätzen, über welche Entfernungen der Diffusionsprozess in geologischen Zeiträumen in der Natur wirklich abläuft", erklärt Langenhorst. Nach den Messungen der Forscher findet in 4,5 Milliarden Jahren, so alt ist unsere Erde, nur ein Austausch im Maßstab von wenigen Metern statt. Neben der Entdeckung der Langsamkeit des Prozesses machen die Autoren der "Science"-Publikation auch Aussagen darüber, warum die Homogenisierung in der Silikat-Perovskit-Schicht so langsam abläuft. Wie bei allen Prozessen ist der langsamste Reaktionsschritt geschwindigkeitsbestimmend für den Gesamtprozess. Die am langsamsten diffundierenden Spezies im Perovskit sind laut der Wissenschaftler die divalenten Kationen Eisen und Magnesium. Diese "Bummelanten" sorgen dafür, dass der Diffusionsprozess insgesamt langsam abläuft. Damit haben die Forscher ein weiteres Rätsel um die Recycling-Vorgänge im Erdinneren gelöst. "Auch wenn diese Diffusionsprozesse unmerklich langsam vor sich gehen, so gibt es durch die mechanische Umwälzung des Mantels einen steten Stoffaustausch zwischen Erdinnerem und -äußerem, der sicherlich dazu beigetragen hat, dass Leben auf der Erde entstehen konnte", macht Prof. Langenhorst deutlich.
Zur Diffusion: Weitere Infos: Die Originalpublikation: Kontakt: Quellen:
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