Audio-Wasserzeichen

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Digitale Wasserzeichen in Audiodateien

Unhörbar und doch verräterisch


Die zur Zeit knapp 20.000 digitalisierten Audio-Dokumente des DRA werden vor allem Sendern und Institutionen bzw. Personen aus Kultur und Wissenschaft zur Verfügung gestellt. Die vom Fraunhofer IPSI und seinem Spin-Off Platanista GmbH entwickelten Wasserzeichen sollen es dem DRA ermöglichen, einige Sicherheitslücken bezüglich des Copyrightschutzes zu schließen.

 

Digitale Wasserzeichen in Audiodateien

In die archivierten Dokumente soll zukünftig beispielsweise wie ein Wasserzeichen eine 12 Bit lange Kennung mit dem Schlüssel des DRA und einer normierten Katalognummer eingebettet werden, so Martin Steinebach, Leiter der Forschungsgruppe "Merit" am IPSI. Durch die nicht wahrnehmbar implantierte Kennung bleibe der Urheber der Datei, im vorliegenden Fall das DRA, auch bei einer illegalen Weitergabe der Dokumente als Urheber erkennbar. Auf den Inhalt des Mediums weise die Katalognummer hin, die somit eine eindeutige Identifikation erlaube. Eine Nachbearbeitung der Musikstücke zur Entfernung des Wasserzeichens nutzt wenig: Die Kennung wird alle 30 Sekunden wiederholt.


Das archivierte Material des DRA wird vor allem für Fernsehübertragungen und Forschungen verwendet; jedoch sind auch hier Manipulationen, beispielsweise Inhaltsveränderungen, nicht auszuschließen. Ein speziell zum Schutz von digitalen Inhalten entwickeltes Wasserzeichenverfahren bietet in diesem Fall die Möglichkeit, Inhaltsmerkmale des Dokuments wiederum in die Datei einzubetten. Bei einem späteren Vergleich mit dem tatsächlich vorliegenden Inhalt können somit Veränderungen nachgewiesen werden.

Steinebach erläutert weiter, dass die "Wasserzeichen" auch Hinweise auf das "Verfallsdatum", den Ablauf der Ausleihfrist des Dokuments, geben können. In einem weiteren Schritt kann damit der Prozess, die Ausleihfrist zu verlängern, automatisiert werden. Im Gegensatz zur Einbettung des Urherberrechts genügt es bei der Ausleihfrist, mit einem öffentlichen Schlüssel zu arbeiten. Dabei werden im Audiobereich unterschiedliche Verfahren für das Einbringen der Kennung und des Verfallsdatums eingesetzt, die sich gegenseitig nicht beeinflussen.

In der Zukunft sieht die Darmstädter Forschungsgruppe die Möglichkeit, mit Hilfe digitaler Wasserzeichen den jeweiligen Anwender zu authentifizieren und die Dokumente so nur einem bestimmten Personenkreis zugänglich zu machen. Außerdem müsse die Verifizierung von Geschäftsprozessen, wie Steinebach abschließend angibt, gewährleistet sein. Sonst könne es dazu kommen, dass Material zwar heruntergeladen werde, aber keine Zahlung erfolge, wenn der Erhalt abgestritten werde.

 


Quelle:

Fraunhofer-Institut für
Integrierte Publikations- und
Informationssysteme IPSI
Dolivostraße 15
64293 Darmstadt
Michael Kip
Diplom-Volkswirt
Telefon +49 (0) 61 51/8 69-60152
Telefax +49 (0) 61 51/8 69-968
mailto:michael.kip@ipsi.fraunhofer.de
http://www.ipsi.fraunhofer.de

 

 


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22.11.2011