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Mit Roulette zur optimalen Form von Autos
Unter Monte-Carlo-Methoden versteht man einen speziellen Ansatz zur Lösung
mathematischer Probleme, die eigentlich unüberschaubar wären. Der Name verweist
auf das Moment des Zufalls, das hierbei eine große Rolle spielt. Manche Experten
vergleichen das Verfahren mit einer Bergwanderung im dichten Nebel:
Der Wanderer sieht nur seine unmittelbare Umgebung und möchte dennoch zum Gipfel
gelangen. Eine Möglichkeit ist es nun, stets und ausschließlich bergauf zu
gehen. Dabei läuft der Bergsteiger jedoch Gefahr, auf einer kleinen Kuppe zu
landen und nicht weiterzukommen. Daher muss er sich auch erlauben, alternative
Wege zu gehen, die auch kurzfristig wieder abwärts führen, solange er
überwiegend die Aufwärtsrichtung beibehält. Damit erhöht er seine Chance,
letzten Endes die optimale Lösung - den Gipfel - zu erreichen.
Um zu optimalen Lösungen zu kommen, arbeiten die Experten mit
Zufallsgeneratoren. Bestimmte Variablen der Gleichungen werden mithilfe von
Zufallsgeneratoren so geändert, dass am Ende zahlreiche Lösungen existieren.
Diese sind statistisch verteilt. Die Kunst ist es nun, aus diesen zufälligen
Lösungen die beste zu ermitteln. Im Jargon der Mathematiker ausgedrückt:
Monte-Carlo-Methoden basieren im Wesentlichen auf numerischer
Wahrscheinlichkeitstheorie und auf Statistik. Die Simulation komplizierter
stochastischer Prozesse ermöglicht es, optimale Szenarien anzubieten, Risiken
abzuschätzen und das Verhalten stochastischer Systeme vorherzusagen.
So kann die stochastische Wechselwirkung zwischen verschiedenen Partikeln
mathematisch beschrieben und dann am Computer simuliert werden - sowohl in der
Quantenmechanik als auch in der Turbulenztheorie oder der Optik. Auf diese Weise
ist es möglich, Makrostrukturen zu bestimmen, die durch eben jene
Wechselwirkungen hervorgerufen werden.
Wo werden Monte-Carlo-Verfahren genutzt ?
Anwendungsfelder sind in allen Industrie- und Technologiebranchen zu finden.
Das reicht von der Berechnung der optimalen Form von Autos und Flugzeugen bis
hin zur Bewertung moderner Finanzinstrumente. Man kann mit Monte-Carlo-Verfahren
Halbleiter simulieren, den Betrieb von Flughäfen optimieren und -Risiken auf
Finanzmärkten abschätzen.
Quelle:
Weierstraß-Institut
Das Weierstraß-Institut für Angewandte Analysis und Stochastik (WIAS) im
Forschungsverbund Berlin e.V. betreibt als Mitglied der Leibniz Gemeinschaft
projektorientierte Forschungen in Angewandter Mathematik, insbesondere in
Angewandter Analysis und Angewandter Stochastik, mit dem Ziel, zur Lösung
komplexer Problemkreise aus Wirtschaft, Wissenschaft und Technik beizutragen.
Der Forschungsverbund Berlin e.V. (FVB) ist Träger von acht natur-, lebens-
und umweltwissenschaftlichen Forschungsinstituten in Berlin, die alle
wissenschaftlich eigenständig sind, aber im Rahmen einer einheitlichen
Rechtspersönlichkeit gemeinsame Interessen wahrnehmen.
Das WIAS im Internet:
www.wias-berlin.de
Der Forschungsverbund im Internet:
www.fv-berlin.de
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