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E-Learning-Hype ist vorbei
Fraunhofer-Gesellschaft:
Von der Lernplattform zum Lernen - Individuelles, betreutes und gemeinsames
Lernen
Der E-Learning-Hype ist zu Recht abgeklungen. Aktuelle Entwicklungen im
E-Learning zielen darauf, in der traditionellen Aus- und Weiterbildung Bewährtes
mit innovativen technischen Möglichkeiten zu kombinieren. Präsenz- und
Onlinephasen, individuelles, betreutes und gemeinsames Lernen müssen in Einklang
gebracht werden. So lautet der Tenor des Vortrags, den Martin Wessner, Experte
für E-Learning beim Fraunhofer-Institut für Integrierte Publikations- und
Informationssysteme (IPSI) auf der diesjährigen Learntec-Messe in Karlsruhe am
12. Februar im Rahmen des Trainer-Symposium halten wird (http://www.trainersymposium.de
). Das Fraunhofer IPSI ist auch auf dem Fraunhofer-Gemeinschaftsstand in der
Gartenhalle, Stand 354, vertreten.
Probleme des E-Learning
E-Learning steht in der Tradition einer langen Reihe von Versuchen, das
Lehren und Lernen durch den Einsatz von Technologie zu erleichtern bzw. zu
verbessern. Einige dieser Entwicklungen sind - "zum Glück", meint Wessner - in
Vergessenheit geraten (Programmierter Unterricht, Sprachlabor, Intelligente
Tutorielle Systeme), andere existieren zwar noch, konnten aber die in sie
gesetzten euphorischen Erwartungen bei weitem nicht erfüllen (CBT,
Telekolleg). Mit schöner Regelmäßigkeit wechseln sich in der Geschichte
technologieunterstützten Lernens die Phasen der Euphorie und der Ernüchterung
ab, so der Fraunhofer-Forscher. Die Probleme des computerunterstützten Lernens
sieht er an vielen Stellen: mangelnde Interaktivität und Individualisierung,
fehlende Integration von Lernpartnern und Tutoren in den Lernprozess sowie
störungsanfällige und schwerfällige Technik.
Lernplattformen mit Kommunikationskanälen
Um diesen Problemen zu begegnen, seien in den vergangenen Jahren zahlreiche
integrierte Lernplattformen entstanden, die sich im Hinblick auf die Technik
und die Benutzbarkeit deutlich von früheren Ansätzen unterscheiden. Für die
Betreuung und kooperatives Lernen in Gruppen verfügen die Plattformen über
Kommunikationskanäle wie Chat, Audio-/Videokonferenzsoftware und weitere
Werkzeuge etwa zum gemeinsamen Webbrowsen oder Bearbeiten von Aufgaben.
Durch die einfachere Verteilung von Lerninhalten, die orts- und
zeitunabhängige Kommunikation bzw. Betreuung sowie durch das Herausbilden
verschiedener technischer und methodischer Standards ist E-Learning in
Lernplattformen effektiver, effizienter und billiger geworden.
Schnell sei aber auch deutlich geworden, so Wessner, dass die Betreuung und
das gemeinsame Lernen nicht schon durch das bloße Bereitstellen von
entsprechenden Werkzeugen sichergestellt werden. "Beispielsweise müssen
Diskussionen moderiert, angestossen, aufgeräumt und zusammengefasst werden,
und es müssen klare Ziele und Erwartungen vom Trainer an die Teilnehmer
kommuniziert werden, damit derartige Werkzeuge akzeptiert und genutzt werden."
Aktuelle Entwicklungen
Aktuelle Entwicklungen unter anderem von Fraunhofer-Seite versprechen hier
Abhilfe: Werkzeuge, die auf bestimmte Kooperationsformen ausgerichtet sind,
können das gemeinsame Lernen und die Betreuung besser unterstützen als
generische Werkzeuge wie Chat oder Foren. Beispielsweise übernimmt das
Werkzeug "Roleplay Chat" des Fraunhofer IPSI die Lernlogistik, also z.B. die
Einteilung der Teilnehmer in Lerngruppen, die Zuweisung und das Wechseln von
Rollen, das Bereitstellen rollenspezifischer Information, den Transfer von
Arbeitsgruppen-ergebnissen ins Plenum etc.
Werkzeuge zum Einsammeln von Rückmeldungen der Teilnehmer und zum
Beobachten des Lernfortschritts durch den Tutor helfen die Qualität des
Lernens zu erhöhen. Werkzeuge zur Qualitätssicherung kooperativen und
netzbasierten Lernens werden beispielsweise im vom BMBF geförderten Projekt
ALBA (http://www.1a-alba.de) entwickelt.
Die Rolle des Trainers sei entscheidend für den Erfolg weiterentwickelter
Lernplattformen. Wichtig sind und bleiben die klare Aufgabenstellung, das
Festlegen von Erwartungen und Zielen, das Anstoßen, Leiten und Zusammenfassen
von Diskussionen, die Kontrolle des Lernfortschritts, die angemessene Reaktion
auf Fragen und Probleme der Teilnehmer, das regelmäßige Einholen von Feedback
und schließlich die Weiterentwicklung von Betreuungsmethoden auf Basis der
gesammelten Erfahrungen und des Feedback der Teilnehmer.
Quellen und weitere Informationen:
Fraunhofer-Gesellschaft
Informationen zur
E-Learning-Forschung und -Projekten des Fraunhofer-IPSI:
http://www.ipsi.fraunhofer.de/concert
Pressekontakt:
Dipl.-Volkswirt Michael Kip
Telefon +49 (0) 61 51/8 69-60152
Telefax +49 (0) 61 51/8 69-968
michael.kip@ipsi.fraunhofer.de
http://www.ipsi.fraunhofer.de
Fraunhofer-Institut für
Integrierte Publikations- und
Informationssysteme IPSI
Dolivostraße 15
64293 Darmstadt
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