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Presse-Erklärung des Vorstandsvorsitzenden der CargoLifter AG Dr. Wolfgang Schneider (10/12/2002) Briesen-Brand - Die intensiven Bemühungen des Aufsichtsrates und der Aktionärsinitiative "Zukunft in Brand" zur Beschaffung von Finanzmitteln zur Reorganisation der CargoLifter AG waren nicht ausreichend erfolgreich. Es ist nunmehr müßig, über die Gründe dafür noch lange zu diskutieren, zumal bei aller berechtigter Kritik gegenüber den Gründern des Unternehmens auch eine teilweise unqualifizierte Polemik das Bemühen um eine Fortführung der Gesellschaft erheblich behindert hat. Das Scheitern der Reorganisationsbemühungen zur Erhaltung des Rechtsträgers CargoLifter AG bedeutet nicht notwendigerweise das Aus für eine Erhaltung des Standortes Brand im Rahmen einer übertragenden Sanierung (Auffanglösung). Die Kooperationsvereinbarung mit der britischen Advanced Technologies Group (ATG), Bedford, gilt für die denkbaren Szenarien einer noch zu errichtenden Auffanggesellschaft sowie eines externen Übernehmers für die zur Insolvenzmasse gehörenden Wirtschaftsgüter. Die anstehenden Gespräche werden zeigen, ob es gelingt, die Fraktionierung im Bereich der "Leichter-als-Luft"-Technologie zu überwinden und die Produktion von Luftschiffen am Standort Brand zu konzentrieren. Auch das Ergebnis der parallel geführten Gespräche mit potenziellen Investoren bleibt abzuwarten. Vor diesem Hintergrund möchte ich folgenden Ausblick in die Zukunft wagen: Nimmt man die zivile und die militärische Verwendung von "Leichter-als-Luft"-Systemen zusammen, sind eine Reihe von Nischenmärkten erkennbar, die von den großen Unternehmen der Luftfahrtbranche kaum abzudecken sind. Die operationellen Kosten dieser Systeme werden erst ab einer bestimmten Größe konkurrenzfähig, sofern man in Bereichen agiert, die auch von traditionellen Geräten bedient werden. Es existieren jedoch Einsatzgebiete, wo das Luftschiff oder das "Hybrid Air Vehicle" (HAV) eindeutig überlegen ist. Die Zersplitterung der europäischen Aktivitäten auf diesem Feld muss überwunden werden, um ein Mindestmaß industrieller Stabilität zu erreichen. Eine Bereinigung der Produktpalette ist dabei unerlässlich. Die Realisierung sehr großer Luftschiffe stellt eine extreme technische Herausforderung dar. Hier ist nur eine industrielle Umsetzung in Stufen realistisch. Die praktischen Erfahrungen von Partnern wie ATG sind dabei einzubeziehen. Eine wie auch immer organisierte staatliche Anschubförderung ist erforderlich, besonders wenn man die finanzielle Basis der beteiligten mittelständischen Betriebe berücksichtigt. Die Organisation und die Arbeitsprozesse einer Auffanglösung müssen Kriterien extremer Flexibilität und Kosteneffizienz erfüllen, das heißt: sehr schlanke kleine Aufbauorganisationen, die mit wenigen, aber adäquat erfahrenen Fachleuten besetzt sind. Entwicklung und Produktion müssen eher einem "Musterbau" als einer Großserienfertigung entsprechen. Die einzigartige Fertigungshalle, das Flugfeld und das Grundstück von CargoLifter repräsentieren nach wie vor hohe Werte, die gerade in der jetzigen Situation für Investoren interessant sind. Gemeinsam mit dem Insolvenzverwalter werde ich jede seriöse Offerte auf Realisierbarkeit prüfen, um den Fortgang der "Leichter-als-Luft"-Aktivitäten am Standort Brand doch noch zu ermöglichen. Alle reden über die Notwendigkeit eines "Innovationsschubes" in Deutschland. Vorzeigbare industrielle Erfolge gibt es viel zu wenige. Lernen wir von Frankreich, dass auch im heutigen Europa intensiv am Ausbau seines Führungsanspruches arbeitet und sich auch von gelegentlichen Fehlschlägen nicht entmutigen lässt. Eine Auffanggesellschaft für CargoLifter, für die man die hier angesprochenen Rahmenbedingungen schafft, hätte es verdient, eine Chance zu bekommen. Dass es dabei die vielen Fehler des ersten Versuches zu vermeiden gilt, ist eine Grundvoraussetzung. Dennoch: Ohne Visionen gibt es keinen Fortschritt. Dr. Wolfgang Schneider Vorstandsvorsitzenderder CargoLifter AG |
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