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OECD PISA Studie liefert international vergleichbare Daten zu Schülerleistungen

Pisatest: KlassenzimmerIn einer neuen OECD Erhebung, bei der die Lesekompetenz von 15-Jährigen Schülerinnen und Schülern gemessen und verglichen wird, schneidet Finnland am besten ab, während Japan und Korea bei der mathematischen und naturwissenschaftlichen Grundbildung an der Spitze stehen. Alle drei Staaten gehören auch zu den Ländern, wo der Unterschied zwischen den Besten und den Schlechtesten am geringsten ist. Der Leistungsvergleich umfasste 265 000 Schülerinnen und Schüler aus 32 Ländern.

PISA (OECD Programme on International Student Assessment) bewertet, inwieweit Schülerinnen und Schüler gegen Ende der Pflichtschulzeit Kenntnisse und Fähigkeiten erworben haben, die für eine aktive Teilhabe an der Gesellschaft unerlässlich sind. Die heute veröffentlichten Daten beruhen auf einer ersten Runde von Bewertungen, die im letzten Jahr stattfanden. Ähnliche im Abstand von drei Jahren in der Zukunft durchgeführte Untersuchungen werden PISA zur umfassendsten internationalen Erhebung von Schülerleistungen machen.

Zusätzlich zu den Schülerleistungen untersucht PISA auch die Lernmotivation und Lernstrategien von Schülern. Das Ergebnis ist eine Reihe von international vergleichbaren Indikatoren, die einen Einblick geben in die Faktoren, welche die Entwicklung von wesentlichen Kompetenzen in der Schule und zu Hause beeinflussen, und die zeigen, wie diese Faktoren wechselseitig aufeinander einwirken. Mit diesen Indikatoren verfügen die Politiker über ein einzigartiges Benchmarking-Instrument, auf das zukünftige Politikgestaltung bauen kann.

 Neben anderen Erkenntnissen zeigt die Studie, dass:

Ø       durchschnittlich 10% der 15-Jährigen in den fortgeschrittensten Ländern der Welt über erstklassige Lesekompetenzen verfügen und komplexe Texte verstehen, Informationen bewerten und Hypothesen bilden und von speziellen Kenntnissen Gebrauch machen können. In Australien, Kanada, Finnland, Neuseeland und im Vereinigten Königreich liegt der Prozentsatz zwischen 15% und 19% (siehe Abbildung*).

Ø       am anderen Ende der Skala durchschnittlich 6% der 15-Jährigen – und in einigen Ländern ist der Anteil doppelt so hoch – unter dem Leistungsniveau 1, PISA’s niedrigster Lesekompetenzstufe, liegen. Weitere 12% schaffen nur das Leistungsniveau 1, das von den Schülern das Vervollständigen einfacher grundlegender Leseaufgaben wie z.B. das Herausfinden einer simplen Information oder das Identifizieren des Hauptthemas eines Textes erfordert. Jugendliche in diesen Kategorien weisen gravierende Lücken bei den Grundqualifikationen auf, die notwendig sind für das weitere Lernen und die ihre Fähigkeit, von den Weiterbildungschancen in der Schule und darüber hinaus zu profitieren, beeinträchtigen.

Ø       Japan und Korea die besten Leistungen in mathematischer und naturwissenschaftlicher Grundbildung erbringen – definiert als die Fähigkeit der Schüler, die in der Schule erworbenen mathematischen und naturwissenschaftlichen Kenntnisse in einer Welt zu nutzen, die mehr und mehr auf die wissenschaftlichen und technischen Fortschritte baut.

Ø       eine hohe Gesamtleistung Hand in Hand mit einer gleichmäßigen Verteilung der Ergebnisse gehen kann. Bei den Durchschnittsleistungen in den drei Bereichen weisen einige Länder, vor allem Finnland, Japan und Korea, einen vergleichsweise geringen Abstand zwischen den Besten und Schwächsten auf, obwohl immer noch hohe Durchschnittsniveaus erreicht werden. In Deutschland, einem der Länder mit dem größten Abstand zwischen den leistungsstärksten und leistungsschwächsten Schülern, bleibt die Durchschnittsleistung unter dem OECD-Durchschnitt, wobei der größte Teil dieser Abweichung auf Unterschieden zwischen den Schulen beruht. In Ländern, die in einem frühen Alter zwischen Programm- und Schultypen differenzieren, scheinen die Unterschiede bei den Schülerleistungen und die Leistungsunterschiede zwischen den Schulen größer zu sein.

Ø       die Jungen bei der Lesekompetenz in vielen Ländern weit zurückfallen. In jedem der untersuchten Länder waren die Mädchen im Durchschnitt bessere Leser als die Jungen. Signifikante Unterschiede zwischen den Ländern spiegeln die verschiedenen Fähigkeiten der Länder wider, ein Lernumfeld zu schaffen, das beiden Geschlechtern gleichermaßen entgegenkommt. In allen Teilnehmerländern ist die Wahrscheinlichkeit, bei der Lesekompetenz nur die Leistungsstufe 1 oder darunter zu erreichen, bei Jungen höher als bei Mädchen – im Falle von Finnland, dem leistungsstärksten Land, ist die Wahrscheinlichkeit sogar dreimal höher.

Ø       die Jungen bei der mathematischen Grundbildung in ungefähr der Hälfte der untersuchten Länder bessere Leistungen erbringen als die Mädchen. Der Unterschied lässt sich größtenteils auf die Tatsache zurückführen, dass sich unter den Leistungsstärkeren mehr Jungen befinden, während die Anzahl der leistungsschwächeren Jungen und Mädchen gleich hoch ist. Im Falle der naturwissenschaftlichen Grundbildung sind die geschlechtsspezifischen Leistungsunterschiede geringer und neigen dazu, sich zwischen den Ländern anzugleichen.

Ø       Schüler bei ihrem Engagement in Bezug auf die Schule große Unterschiede aufweisen, einschließlich großer Abweichungen beim fachbezogenen Interesse am Lesen und sogar noch ausgeprägter beim Interesse an Mathematik. In 20 von 28 Ländern betrachten mehr als 25% der Schüler die Schule als einen Ort, wo sie nicht gerne hingehen. In Belgien, Frankreich, Kanada, Ungarn, Italien und den USA reicht dieser Anteil von 35% bis 42%. Ungefähr die Hälfte der 15-Jährigen betrachten Mathematik als generell wichtig, aber nur wenige sehen Mathematik als bedeutend für ihre Zukunft.

Ø       höhere durchschnittliche Ausgaben pro Schüler mit höheren durchschnittlichen Leistungen in den drei Teilbereichen der Kompetenzen assoziiert sind, aber diese nicht garantieren.

Ø       Schüler mit privilegiertem sozialen Hintergrund dazu neigen, bessere Leistungen zu erbringen, aber die Unterschiede in einigen Ländern weniger ausgeprägt sind als in anderen. Kanada, Finnland, Island, Japan, Korea und Schweden weisen ein überdurchschnittliches Niveau bei der Lesekompetenz auf, wobei der Einfluss der sozialen Herkunft auf die Schülerleistungen unter dem Durchschnitt liegt. In der Tschechischen Republik, Deutschland, Ungarn und Luxemburg ist es umgekehrt.

Ø       zwischen den Schulen große Leistungsunterschiede bestehen, aber es gibt auch Länder, in denen die große Mehrheit der Schulen hohe Standards erreichen. In Ländern, in denen die Unterschiede zwischen den Schulen am größten sind, lässt sich ein signifikanter Teil dieser Unterschiede auf die sozio-ökonomische Zusammensetzung der Schulen zurückführen.

Ø      es keinen einzelnen Faktor gibt, der erklärt, warum einige Schulen oder Länder bessere Ergebnisse aufweisen, aber einige Schulpolitiken und Praktiken mit Schulerfolg in Verbindung gebracht werden können. Positive Auswirkungen haben zum Beispiel das Ausmaß, in dem Schüler Schulressourcen nutzen können, in dem Fachlehrer zur Verfügung stehen und in dem Schulen am Entscheidungsprozess mitwirken können. Die Leistungen sind auch dort besser, wo Lehrer motiviert sind und hohe Erwartungen haben und wo die Disziplin und Beziehungen in den Klassenräumen gut sind

 

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22.11.2011