Presseinformation
Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen "Otto
von Guericke" e.V.
19. Januar 2004
Beton, der wie Honig fließt
Neue Vorhaben
der industriellen Gemeinschaftsforschung
Selbstverdichtender Beton (SVB), eine Neuentwicklung der letzten Jahre, hat
im frischen Zustand hervorragende Verarbeitungseigenschaften. Er fließt bis zum
vollständigen Niveauausgleich allein unter dem Einfluss der Schwerkraft und
entlüftet während des Fließens vollständig.
So kann er ohne den Einsatz
lautstarker Verdichtungsgeräte, so genannter Rüttler, auch den engsten Hohlraum
innerhalb einer Schalung mühelos ausfüllen. Dies verringert die Bauzeit
erheblich. Außerdem verändert sich seine Konsistenz während der notwendigen
Verarbeitungsdauer nicht. Er setzt kein Wasser nach oben ab und entmischt sich
nicht. Hauptproblem bei der Herstellung von SVB ist der sehr enge Korridor für
seine Zusammensetzung: Kleine Abweichungen vom optimalen Wassergehalt,
beispielsweise durch geringste Schwankungen in der Eigenfeuchte des Sandes,
können dazu führen, dass der Beton seine Fließfähigkeit verliert oder
sedimentiert. Zudem bedarf es betonverflüssigender Zusatzmittel, deren
Wirkungsmechanismus und Wechselwirkungen mit anderen Betonbestandteilen noch
weitgehend unbekannt sind.
Mit Unterstützung der Arbeitsgemeinschaft
industrieller Forschungsvereinigungen "Otto von Guericke" (AiF) untersuchen
Forscher auf Initiative des Vereins Deutscher Zementwerke in Zusammenarbeit mit
der Forschungsgemeinschaft Transportbeton (FTB) gegenwärtig die Eigenschaften
des SVB. Diese Ergebnisse werden auch bei der Erarbeitung einer Richtlinie
genutzt, die die zuverlässige Herstellung und Verarbeitung dieses Betons, der
wie Honig fließt, ermöglichen soll.
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