Das WWW als populärster (wenn auch nicht unbedingt wichtigster) Dienst des
Internet begann seinen damals noch nicht absehbaren Siegeszug als Mittel zur
strukturierten und verknüpften Verbreitung von Informationen. Dabei ging es
hauptsächlich um Text, nämlich um Forschungsergebnisse und nur ab und zu ist
auch mal ein Bild dabei gewesen. Das möchte man angesichts moderner, oft
grafisch aufwendig gestalteter Webseiten kaum glauben. Aber seit der
»Erfindung« des WWW hat sich eine Menge getan, vor allem, seit dieses Medium
für kommerzielle zwecke interessant wurde.
Die Programmgattung, mit der man sich auf seinem Computer Webseiten
anschauen und durch das WWW navigieren kann, heißt »Web-Browser« oder kurz
»Browser«. Einer der ersten Web-Browser war der heute kaum noch bekannte
»Mosaic«, entwickelt in den USA am »National Center for Supercomputing
Applications«, kurz
NCSA.
Die bei der Entwicklung von Mosaic gemachten Erfahrungen flossen später in das
Produkt der damals noch jungen Firma Netscape ein. Deren »Navigator« genannter
Webbrowser war das damals fortschrittlichste Produkt, seine Benutzung
allerdings nur für einen engen Kundenkreis kostenlos (Studenten z.B.).
Trotzdem erlangte der
Navigator eine überaus große
Verbreitung bei der Netzgemeinde, nicht zuletzt deshalb, weil er für fast alle
gebräuchlichen Betriebssysteme verfügbar war. Noch heute ist der mittlerweile
kostenlose und stark weiterentwickelte Netscape Communicator einer der »großen
zwei«. Seine ärgste Konkurrenz erwächst ihm in Microsofts »Internet Explorer«.
Nachdem der Softwaregigant aus Redmond eine geraume Zeit dem beginnenden
Internetboom untätig zusah, dämmerte Bill Gates eines Tages, dass das WWW wohl
doch kein unnützer Spielkram ist, sondern in wenigen Jahren einen riesigen
Markt darstellt. Folgerichtig entwickelte man mit Hochdruck einen eigenen
Browser und nannte ihn »Internet
Explorer«. Während die Konkurrenz ihren Browser noch verkaufte,
warf man den Internet Explorer von Anfang an kostenlos auf den Markt. Zum
anderen begann Microsoft, seinen Browser mit auf die Installations-CDs der
verschiedenen Windows-Varianten zu pressen, womit der Windows-Benutzer
automatisch auch einen Internet Explorer auf seinem System hatte. Die ersten
Versionen des Internet Explorers waren vom Funktionsumfang dem
Netscape-Konkurrenten noch etwas unterlegen, was sich allerdings mit der
Version 4.0 änderte. Der aktuelle Internet Explorer ist in etlichen Aspekten
seinem Widersacher sogar überlegen. Auffällig ist z.B. der gegenüber dem Communicator schnellere Bildschirmaufbau bei komplexeren Webseiten.
Die beiden großen der Branche sind jedoch nicht nur zum Surfen im WWW zu
gebrauchen, auch die Verwaltung Ihrer E-Mail und die Teilnahme an den
Diskussionsgruppen des Usenet übernehmen die Dickschiffe gern. Überdies
bringen die beiden Marktführer in ihrer Vollausstattung auch jeweils einen
mehr oder weniger guten Webseiten-Editor mit. Allerdings wollen zumindest die
integrierten Mail- und News-Reader vor der Benutzung sorgfältig konfiguriert
sein, denn beim Versenden von Artikeln und Mails in den Standardeinstellungen
kann man sich einigen Unmut der Netzgemeinde zuziehen. So werden
beispielsweise Mails als HTML-Dateien verschickt oder so genannte
»Visitenkarten« an jeden Artikel angefügt, was die Mailprogramme vieler
Anwender nicht darstellen können.
Außer den zwei namhaften Browsern gibt es noch eine Anzahl von Browsern,
die jeweils ihre Fangemeinde gefunden haben. Stellvertretend seien hier Lynx
und Opera kurz vorgestellt.
Lynx ist zweifelsohne etwas für
Puristen, arbeitet es doch komplett im Textmodus. Bedienung per Maus gibt es
hier genauso wenig wie Bilder, Javascript und ähnliches. Sinnvoll ist Lynx
hauptsächlich für Anwender, die an einer nicht grafikfähigen Konsole sitzen
und schnell mal ein paar Infos aus dem Internet brauchen. Problem ist dabei,
dass es immer mehr Websites gibt, die ohne Bilder und Javascript nicht
benutzbar sind, weshalb man Lynx wirklich nur für Spezialfälle empfehlen kann.
Opera ist eine kommerzielle Entwicklung aus Norwegen und kann in der
aktuellen Version den "zwei Großen" bezüglich Ausstattung und Fähigkeiten ohne
weiteres Paroli bieten. Einige spezielle Features heben Opera sogar von den
Marktführern ab. So ist es mit Opera z.B. möglich, eine Webseite komplett mit
allen Elementen wie mit einer Lupe zu vergrößern. Sehbehinderte können so auch
die Webseiten lesen, die sie ansonsten nicht entziffern können. Opera bietet
noch einige andere Nettigkeiten, die für spezielle Anforderungen interessant
sein können. Nachteil ist, dass Opera käuflich erworben werden muss. Eine
zeitlich begrenzte Testversion finden Sie auf der
Opera-Website.
Hinweis: Der
Opera-Browser kann inzwischen kostenlos benutzt werden.