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Browser und ihre Vertreter

 

WWW-Browser sind ursprünglich Programme zum Holen und Zeigen von im Internet verbreiteten Informationen:

  1. von und an beliebigen Stellen im Internet

  2. von vielfältigen Diensten: dem WWW-eigenen HTTP (Hypertext Transfer Protokoll), Gopher, FTP und News (NNTP)

  3. von unterschiedlichen Dateitypen (MIME): einfacher Text, HTML (Hypertext Markup Language), Bilder (GIF, Jpeg, ...), Sounds, Filme, Binärdateien usw. Bei Bedarf starten die Browser Hilfsprogramme zur Verarbeitung spezieller Daten.

Mit der rapiden Zunahme des Interesses am Internet-Dienst WWW nahm anfangs auch die Vielfalt der Clienten, auch Browser genannt, permanent zu. Inzwischen konzentriert sich der Markt nur noch auf 2 Produkte: Netscape und Internet Explorer. Beide haben sich inzwischen vom reinen WWW-Browser zum universellen Internet-Clienten entwickelt.

  • Geschichte und Überblick

Das WWW als populärster (wenn auch nicht unbedingt wichtigster) Dienst des Internet begann seinen damals noch nicht absehbaren Siegeszug als Mittel zur strukturierten und verknüpften Verbreitung von Informationen. Dabei ging es hauptsächlich um Text, nämlich um Forschungsergebnisse und nur ab und zu ist auch mal ein Bild dabei gewesen. Das möchte man angesichts moderner, oft grafisch aufwendig gestalteter Webseiten kaum glauben. Aber seit der »Erfindung« des WWW hat sich eine Menge getan, vor allem, seit dieses Medium für kommerzielle zwecke interessant wurde.

Die Programmgattung, mit der man sich auf seinem Computer Webseiten anschauen und durch das WWW navigieren kann, heißt »Web-Browser« oder kurz »Browser«. Einer der ersten Web-Browser war der heute kaum noch bekannte »Mosaic«, entwickelt in den USA am »National Center for Supercomputing Applications«, kurz NCSA.
Die bei der Entwicklung von Mosaic gemachten Erfahrungen flossen später in das Produkt der damals noch jungen Firma Netscape ein. Deren »Navigator« genannter Webbrowser war das damals fortschrittlichste Produkt, seine Benutzung allerdings nur für einen engen Kundenkreis kostenlos (Studenten z.B.). Trotzdem erlangte der Navigator eine überaus große Verbreitung bei der Netzgemeinde, nicht zuletzt deshalb, weil er für fast alle gebräuchlichen Betriebssysteme verfügbar war. Noch heute ist der mittlerweile kostenlose und stark weiterentwickelte Netscape Communicator einer der »großen zwei«. Seine ärgste Konkurrenz erwächst ihm in Microsofts »Internet Explorer«.

Nachdem der Softwaregigant aus Redmond eine geraume Zeit dem beginnenden Internetboom untätig zusah, dämmerte Bill Gates eines Tages, dass das WWW wohl doch kein unnützer Spielkram ist, sondern in wenigen Jahren einen riesigen Markt darstellt. Folgerichtig entwickelte man mit Hochdruck einen eigenen Browser und nannte ihn »Internet Explorer«. Während die Konkurrenz ihren Browser noch verkaufte, warf man den Internet Explorer von Anfang an kostenlos auf den Markt. Zum anderen begann Microsoft, seinen Browser mit auf die Installations-CDs der verschiedenen Windows-Varianten zu pressen, womit der Windows-Benutzer automatisch auch einen Internet Explorer auf seinem System hatte. Die ersten Versionen des Internet Explorers waren vom Funktionsumfang dem Netscape-Konkurrenten noch etwas unterlegen, was sich allerdings mit der Version 4.0 änderte. Der aktuelle Internet Explorer ist in etlichen Aspekten seinem Widersacher sogar überlegen. Auffällig ist z.B. der gegenüber dem Communicator schnellere Bildschirmaufbau bei komplexeren Webseiten.

Die beiden großen der Branche sind jedoch nicht nur zum Surfen im WWW zu gebrauchen, auch die Verwaltung Ihrer E-Mail und die Teilnahme an den Diskussionsgruppen des Usenet übernehmen die Dickschiffe gern. Überdies bringen die beiden Marktführer in ihrer Vollausstattung auch jeweils einen mehr oder weniger guten Webseiten-Editor mit. Allerdings wollen zumindest die integrierten Mail- und News-Reader vor der Benutzung sorgfältig konfiguriert sein, denn beim Versenden von Artikeln und Mails in den Standardeinstellungen kann man sich einigen Unmut der Netzgemeinde zuziehen. So werden beispielsweise Mails als HTML-Dateien verschickt oder so genannte »Visitenkarten« an jeden Artikel angefügt, was die Mailprogramme vieler Anwender nicht darstellen können.

Außer den zwei namhaften Browsern gibt es noch eine Anzahl von Browsern, die jeweils ihre Fangemeinde gefunden haben. Stellvertretend seien hier Lynx und Opera kurz vorgestellt. Lynx ist zweifelsohne etwas für Puristen, arbeitet es doch komplett im Textmodus. Bedienung per Maus gibt es hier genauso wenig wie Bilder, Javascript und ähnliches. Sinnvoll ist Lynx hauptsächlich für Anwender, die an einer nicht grafikfähigen Konsole sitzen und schnell mal ein paar Infos aus dem Internet brauchen. Problem ist dabei, dass es immer mehr Websites gibt, die ohne Bilder und Javascript nicht benutzbar sind, weshalb man Lynx wirklich nur für Spezialfälle empfehlen kann.

Opera ist eine kommerzielle Entwicklung aus Norwegen und kann in der aktuellen Version den "zwei Großen" bezüglich Ausstattung und Fähigkeiten ohne weiteres Paroli bieten. Einige spezielle Features heben Opera sogar von den Marktführern ab. So ist es mit Opera z.B. möglich, eine Webseite komplett mit allen Elementen wie mit einer Lupe zu vergrößern. Sehbehinderte können so auch die Webseiten lesen, die sie ansonsten nicht entziffern können. Opera bietet noch einige andere Nettigkeiten, die für spezielle Anforderungen interessant sein können. Nachteil ist, dass Opera käuflich erworben werden muss. Eine zeitlich begrenzte Testversion finden Sie auf der Opera-Website.

Hinweis:  Der Opera-Browser kann inzwischen kostenlos benutzt werden.

 

Quellen:
xmlguru
Karl Prommersberger
Dirk Taggesell

 

 


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22.11.2011