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Produkte, die sich per Knopfdruck lokalisieren lassen, die bei
der Auslieferung nicht vertauscht werden und beim Transport nicht
verloren gehen - RFID macht's möglich. Die Identifikation von Waren
via Funk eröffnet der Logistik neue Möglichkeiten. Für die
Kontrolle der Warenströme genügt ein Knopfdruck, denn alle Waren /
Artikel sind mit RFID-Transpondern
ausgerüstet. Die Abkürzung RFID steht für Radio Frequency
Identification und bedeutet, dass Gegenstände über Funk
identifiziert werden. Auf einem Chip, der am Produkt selbst oder der
Verpackung befestigt ist, können Informationen wie Produzent,
Artikelnummer, Liefertermin oder Haltbarkeitsdatum gespeichert
werden. Jeder Transponder besteht aus
einem Chip und einer Antenne. Er bezieht die notwendige Energie
entweder aus einer Batterie oder generiert sie mit Hilfe der
Antenne. Mit einfachen Lesegeräten, die ähnlich funktionieren wie
die berührungslose Skipasskontrolle am Skilift, lassen sich die
Informationen wieder auslesen. "Bisher war die Kontrolle von
Warenströmen zeitaufwändig, es musste viel sortiert und gezählt
werden. Mit RFID entfallen diese Arbeiten: Lagerhaltung, Warenaus-
und -eingänge lassen sich jederzeit fehlerfrei ermitteln", resümiert
Dirkling.
Die RFID-Technik hat nach Ansicht des Forschers das Potenzial,
die Logistik der Zukunft zu verändern: "Wir erwarten zwar keine
Revolution, wohl aber eine Evolution." Im Prinzip ist die
Technologie bereits voll funktionsfähig, sie ist aber derzeit noch
vergleichsweise teuer. Ein Transponder,
der aus Chip, Antenne und Stromquelle besteht, kostet in der
einfachsten Ausführung etwa dreißig bis fünfzig Cent. Er kann nur
eine Nummer speichern. Ein mehrfach beschreibbarer Chip, der eine
Vielzahl von Daten aufnimmt, kommt dagegen teurer. Die Technik lohnt
sich daher zurzeit eher für teure Produkte. Doch mit steigender
Stückzahl werden die Kosten sinken, und dann wird sie auch für
günstige Consumerartikel interessant. Und an diesem Punkt beginnt
die Evolution: Produkte, die mit RFID ausgestattet werden, können
über ihren gesamten Lebenszyklus Informationen sammeln und
speichern. Dieses Gedächtnis macht sie autonom: Der
Transponder, der auf der Bodenplatte
eines künftigen Telefons, Staubsaugers oder Küchenmixers montiert
ist, liefert schon während der Montage Informationen -
beispielsweise die Typenbezeichnung oder die Farbe. Derselbe
Transponder hilft später, das fertige Produkt im Lager zu orten, und
wenn es die Fabrik verlässt, den Warenausgang zu kontrollieren und
zu automatisieren. Der Kunde wiederum kann mühelos überprüfen, ob
der Wareneingang seiner Bestellung entspricht. Je nach Art des
verwendeten Transponders erhält man auf
Wunsch sogar Informationen über die Transportzeit , -temperatur oder
Luftfeuchtigkeit. Am Ende seines Lebens verrät das Produkt dem
Entsorgungsunternehmen, wie es recycelt werden muss.
Die ersten praktischen Anwendungen der neuen Technik gibt es
schon:
Im Future Store der Metro AG, einem strategischen Partner des IML,
wird RFID bereits erfolgreich eingesetzt, um Bestände zu überprüfen,
Warenein- und -ausgänge zu kontrollieren.
Auch für die Lokalisierung von Transporten ist RFID geeignet:
Fraunhofer-Forscher vom Institut für Fabrikbetrieb und
-automatisierung haben die "IFF-Smart Box" entwickelt, einen
Container, der mit einem Lesegerät ausgestattet ist und seinen
Inhalt überprüfen kann. Die Bestandsdaten werden an eine kleine
Recheneinheit weitergeleitet. Der Computer kombiniert sie mit der
aktuellen Positionsbestimmung, die ein GPS-Gerät liefert. Zusätzlich
lassen sich verschiedene Sensoren in die Box integrieren, um Druck,
Temperatur oder Vibration zu messen. Via Mobilfunk werden die
Informationen an eine Datenbank übermittelt. Die Datenbank ist per
Internet zugänglich: Hier können Logistikunternehmen und Kunden
nachfragen, wo sich ihre Waren gerade befinden, ob eine
vorgeschriebene Temperatur eingehalten wird oder wie stark die
Erschütterungen beim Transport waren. Die RFID-Technik bietet
außerdem Schutz: Der Kunde kann zum Beispiel festgelegen, welcher
Mitarbeiter wann und wo die Tür des Containers öffnen darf - die Tür
der IFF Smart Box öffnet sich nur, wenn das elektronische Schloss
das Signal von einer freigeschalteten Transponderkarte bekommt.
"Die IFF-Smart Box ist ein Prototyp, den wir zusammen mit unserem
Industriepartner Enaikoon entwickelt haben", sagt Dr. Klaus Richter
vom IFF. "Sie ist zunächst konzeptioniert für den Transport von
Wertgegenständen und teuren Produkten. Es gibt darüber hinaus aber
eine Fülle denkbarer Anwendungen." Beispielsweise Paketdienste, die
das Betreten des Laderaums durch Unbefugte verhindern wollen,
Zulieferfirmen, die sicher stellen müssen, dass Teile in der
gewünschten Stückzahl zu einem bestimmten Zeitpunkt den Auftraggeber
erreichen; Lieferanten von empfindlicher Elektronik, die
Erschütterungen während des Transports protokollieren wollen.
Richter: "Die Box erlaubt es, komplette Lieferketten vom Produzenten
bis zum Kunden besser zu steuern und zu kontrollieren. Sie eröglicht
so - falls nötig - kurzfristiges Reagieren auf unvorhergesehene
Ereignisse."
"Letztlich profitieren von der RFID-gestützten Logistik alle
Beteiligten", davon ist Dirkling überzeugt: Die Hersteller bekommen
die Möglichkeit, den innerbetrieblichen Materialfluss zu verbessern,
die Lieferanten können jederzeit herausfinden, wo sich die Waren
befinden, die Händler und Kunden bekommen das Produkt, das sie
bestellt haben.





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